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Zerstörtes Mainz

Luftangriffe auf Mainz


 Mainz wurde hauptsächlich im Zweiten
Weltkrieg mehrfach zwischen 1941 und 1945
von britischen und amerikanischen
 Luftangriffen getroffen, dabei kam es zu
zahlreichen Todesopfern und großen
Zerstörungen im Stadtgebiet


Fliegerangriffe waren im Ersten Weltkrieg
relativ selten und nahezu wirkungslos. In
 der Mainzer Neustadt kamen am 9. März 1918
 bei einem britischen Luftangriff elf Menschen
zu Tode. In der Adam-Karillon-Straße erinnert
eine in den Boden eingelassene Markierung
 an diesen Vorfall.

1939 bis 1941
Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges mit
 dem Angriff auf Polen 1939 blieb es bis
September 1941 nur bei kleineren
Sprengbombenabwürfen durch die
britische Royal Airforce. Der erste größere
britische Angriff traf am 13. September 1941
 den Mainzer Hauptbahnhof. 22 Menschen
starben bei dem eigentlich Frankfurt am
Main geltenden Angriff.

1942 und 1943
Bis August 1942 kam es nur zu kleineren
Angriffen, am 11. August 1942 starteten
in England 158 britische Bomber zu einem
Großangriff auf Mainz im Rahmen der neuen
 Area Bombing Directive. In der folgenden
 Nacht warfen sie rund 200 Tonnen Bomben
ab, darunter auch sehr gefährliche
 Phosphorbomben. In der nächsten Nacht
flogen 133 Bomber einen weiteren Angriff.
 Erneut wurden etwa 180 Tonnen Bomben
 abgeworfen. Die Bomben trafen zum großen
Teil die Altstadt und den Mainzer Dom,
aber auch Teile der Neustadt und Mombach
 brannten ab. Die 1703 fertiggestellte
 Mombacher Nikolauskirche samt
 Glockenturm wurde durch Brandbomben
zerstört. St. Stephan wurde schwer
beschädigt, die Johanniskirche brannte völlig
aus. Hunderte Menschen starben in den
Flammen. Trotzdem blieben in der Innenstadt
 noch Wohnviertel bewohnbar. Am
 9. September 1942 bombardierten alliierte
Bomber Bischofsheim. Im Jahr 1943 wurde
 lediglich am 20. Dezember ein Angriff auf
 die Innenstadt geflogen.

1944
Im Laufe des Jahres 1944 nahm die
Intensität des Luftkrieges zu. Ein kleiner
 britischer Notabwurf führte in der Nacht
vom 23. auf den 24. April zu Bränden in
Teilen von Ginsheim. Dabei brannte auch
 die evangelische Kirche nieder. Im Herbst
häuften sich die gezielten Angriffe auf die
Stadt. Am 8. September wurde Kastel
 schwer getroffen, am 8. und 15. September
erneut Gustavsburg. Auch Teile Kostheims
am 8. September und Weisenaus am
 19. Oktober wurden bombardiert. Am
gleichen Tag wurde auch die Kathen-Kaserne
 in Gonsenheim durch Bombentreffer und
 Feuer zerstört. Über den ganzen Herbst
verteilt gab es immer wieder Luftalarme
 aufgrund vorüberfliegender Bomberverbände.

Am 18. Dezember 1944 waren die
 Bahnanlagen um Mainz Ziel des Angriffs.
Nach freigegebenen Einsatzberichten der
US Army Air Force warfen 157 viermotorige
B 17 Bomber der 8. US-Force in der Zeit
von 13:45 Uhr bis 13:59 Uhr insgesamt
430,7 Tonnen Sprengbomben in mehreren
Wellen aus etwa 8000 m Höhe ab.
 89 Menschen fanden den Tod.

Januar 1945
Am 13. und 27. Januar wurden Bahnanlagen
 in Bischofsheim und Gustavsburg von der 8.
amerikanischen Bomberflotte bombardiert.
Für den 1. Februar war ein Großangriff auf
Mainz geplant. Doch der groß angelegte
 britische Luftangriff schlug fehl, die Bomben
landeten meist auf dem Großberg bei
 Weisenau.

Luftangriff am 27. Februar 1945

Am 27. Februar 1945 flogen 435 Bomber der
 britischen Royal Air Force einen Angriff
auf die Stadt. Zwischen 16:29 Uhr und 16:45
Uhr wurden 1.500 Tonnen Bomben abgeworfen
. Die Bomben trafen weite Teile der Neustadt.
Die 1942 bombardierte Altstadt wurde nicht
getroffen. Ein starker Feuersturm breitete sich
 über eine große Fläche aus. Auch Weisenau,
 Gustavsburg und Bischofsheim wurden
schwer getroffen. Verbranntes war laut
Augenzeugenberichten bis nach Gonsenheim
geflogen. Die Zahl von 1209 Toten war im
 Vergleich zu anderen Städten vergleichsweise
niedrig. Einige von ihnen wurden auf dem
Waldfriedhof in Mombach begraben. Das
eigentliche Ziel, die Bahnanlagen, blieben
 unbeschädigt. Schon drei Tage nach dem
 Angriff konnten dort wieder Züge fahren.


Einmarsch der Amerikaner und französische
 Besatzung
Am 22. März 1945 war für das zu 80 Prozent
zerstörte Mainz der Krieg zu Ende. Deutsche
Wehrmachts- und Volkssturm-Einheiten
 in Mainz zogen sich über den Rhein zurück
oder kapitulierten kampflos vor der
 3. amerikanischen Armee unter General
George S. Patton. Bis Juli 1945 blieb Mainz
unter amerikanischer Verwaltung, danach
 wurde Mainz unter französische
Administration gestellt.

Wiederaufbau nach dem Krieg
Der Wiederaufbau nach dem Krieg verlief sehr
 schleppend. Während Städte wie Frankfurt
am Main längst wiederaufgebaut waren,
gab es in Mainz nur unkoordinierte
 Einzelaktionen. Dies lag unter anderem
 daran, dass die Franzosen Mainz zu einer
Modellstadt ausbauen wollten.

Das allererste Interesse der Einheimischen
galt der Wiederherstellung von Wohnraum.
Dem entgegen stand auch nach dem Scheitern
 der Modellstadt-Pläne die Initiative
der Franzosen (Gründung der Johannes
 Gutenberg-Universität Mainz, Erhebung
 von Mainz zur Landeshauptstadt von
 Rheinland-Pfalz, auch die frühe
 Wiederaufnahme der Mainzer Fastnacht),
die der Stadt entscheidende Impulse für
 die positive spätere Entwicklung nach
dem Krieg gab. Erst der May-Plan von 1958
ließ einen geregelten Wiederaufbau zu.
Zur Zweitausendjahrfeier 1962 war die Stadt
weitgehend neuaufgebaut. Um 1970 gab es
aber noch vereinzelt Ruinen. 1950 wurde
Mainz Hauptstadt des neuen Rheinland-Pfalz
 und ab 1963 Sitz des neuen ZDF.

Literatur


Heinz Leiwig: Der Tag, als Mainz unterging - 27. Februar 1945. Wartberg Verlag, 2004. ISBN 3-8313-1476-4
Heinz Leiwig: Bomben auf Mainz. 27. Februar 1945. Fakten, Hintergründe, Augenzeugen
 mit bisher unveröffentlichten Fotos und Dokumenten .
Wartberg Verlag, 1995. ISBN 3-9288-4902-6
Ludwig Falck: Mainz - ehemals, gestern und heute. Eine Stadt im Wandel
der letzten 60 Jahre. J.F. Steinkopf Verlag, Stuttgart 1984. ISBN 3-7984-0599-9
Dieter Busch: Der Luftkrieg im Raum Mainz während des Zweiten Weltkrieges 1939–1945., Mainz 1988.
Hans-Jürgen Kotzur: Mainz 27. Februar 1945. Zeitzeugen berichten, Mainz 1995.
Richard Kurtz: Mainz in Flammen. Ein Tatsachenbericht über den Luftangriff am 27.
 Februar 1945, Mainz 1951.
Friedrich Schütz: Mainz vor 50 Jahren. In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik,
 Wirtschaft, Heft 3 1992 Seite 129–132.
Friedrich Schütz: Da wurde Mainz zur Frontstadt. In: Mainz. Vierteljahreshefte
 für Kultur, Politik, Wirtschaft, Heft 4 1994.
Friedrich Schütz: Bis zum bitteren Ende ... In: Mainz. Vierteljahreshefte
 für Kultur, Politik, Wirtschaft, Heft 1 1995.
August Schuchert: Luftschutzmaßnahmen, Fliegerschäden und Wiederherstellungsarbeiten
am Mainzer Dom 1939/45, in: JbBistumMainz 1, 1946, Seite 24–53
August Schuchert: Fliegergeschädigte Kirchen, Pfarrhäuser und Klöster im Bistum
Mainz 1939–1945. Ein Dokumentarbericht, in: BistumMainz

 

Quelle Wikipedia

Foto aus dem Internet

 

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