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Mainzer Dom

Orgelbau
1547 baute man auf den Westlettner eine weitere Orgel, die bereits
 1560 zusammen mit der Langhausorgel restauriert werden musste. Die Arbeiten
 wurden von Veit ten Bent ausgeführt, der im Anschluss daran 1563
 gleich eine ganz neue Orgel für das Langhaus baute. Diese Orgel bestand
 aus Hauptwerk, Rückpositiv und Pedal und wurde als so genannte
 „Schwalbennestorgel“ im Mittelschiff gegenüber der Kanzel aufgehängt.

 

Der Dekan des Johannesstiftes, Johann Ludwig Güntzer, stiftete 1702
eine neue Orgel für den nunmehr barocken Westlettner, die nach ihm benannte
Güntzersche Chorettenorgel. Sie wurde 1792 abgerissen und zum Teil
in andere Orgelbauten in Hochheim und Miltenberg ausgelagert. 1793
 beschossen die Preußen das französisch besetzte Mainz und zerstörten
 dabei auch die Langhausorgel Veit ten Bents. Nach dem Wiederaufbau
des Domes 1803 wurde zumindest aus den Resten der Güntzerschen
 Orgel eine neue Orgel – diesmal auf der nördlichen Chorette des Westlettners
 – aufgestellt.

1866 wurde in den Westchor eine neue Chororgel eingebaut,
 die über 10 Register verteilt auf je ein Manual und Pedal. 1899 wurde dieser Orgel
 ein weiteres Manual hinzugefügt. Die Orgel wurde auf der Südseite
 des Westchores hinter das Chorgestühl verlegt, wobei der Spieltisch
 zwischen die Sitzreihen verlegt wurde, wo sich auch heute noch der
 Spieltisch der Westchororgel befindet. Während den Sanierungsarbeiten
im Dom in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Schlimbach-Orgel
 so stark beschädigt, dass ein Neubau beschlossen wurde, den die
Fa. Klais durchführte. Diese Orgel verfügte über 75 Register auf vier
 Manualen und Pedal. Sie hatte Kegelladen und Registerkanzellen mit einer
 elektro-pneumatischen Traktur. Sie wurde aus Denkmalschutzgründen
komplett hinter dem Chorgestühl aufgestellt, was akustisch sehr ungünstig war.
 Schon 1960 entschied man sich daher zum Umbau.

 

Die heutige Orgelanlage
Der Mainzer Dom verfügt heute über eine der kompliziertesten Orgelanlagen.
 Dem Denkmalschutz Rechnung tragend, wurden die Orgelwerke möglichst
unscheinbar in den Kirchenraum eingefügt. Die Orgeln des Mainzer Doms
haben 114 Register mit 7984 Pfeifen.

In der Glöcknerstube des Mainzer Doms, die sich hoch oben im nördlichen
 Querhaus befindet, wurde 2003 ein Register mit so genannten Spanischen
 Trompeten eingebaut. Die vom Volksmund Kardinalstrompeten genannten
 Pfeifen begrüßen den Bischof an hohen Feiertagen.

Bedingt durch die schwierige Akustik im Dom, welche sich durch die vielen
Anbauten ergibt, ist das Orgelspiel im Dom eine größere Herausforderung.
 Der Nachhall jedes angespielten Tones beträgt über sechs Sekunden,
die im Osten angespielten Töne hört der Organist vom Zentralspieltisch aus
 nur mit kleiner Zeitverzögerung.

Auch wegen der akustischen Schwierigkeiten wurde immer wieder über
 eine neue Langhausorgel (Schwalbennestorgel) nachgedacht.
Diese Pläne werden jedoch in naher Zukunft nicht umgesetzt werden.

 

Westchor-Orgel
Bei der Domrestaurierung 1960 wurden Teile der alten Klais-Orgel von 1928
durch die Fa. Kemper umgestaltet und als zweiteiliges Werk links und rechts
hinter das Westchorgestühl gesetzt. Die Orgel besitzt einen eigenen Spieltisch
 im Westchor. Von dort aus kann auch die Nordwandorgel angespielt werden.

I Manual (III) C–a3

Prinzipal 16′
Prinzipal 8′
Offenflöte 8′
Schweizerpfeife 8′
Nachthorngedackt 8′
Oktav 4′
Nachthorn 4′
Quinte 22/3′
Oktave 2′
Mixtur IV–VI
Zymbel V 1′
Bombarde 16′
Trompete 8′
 II Manual (IV)
(schwellbar) C–a3
--------------------------------------------------------------------------------
 
Spitzflöte 8′
Lieblich Gedackt 8′
Unda maris 8′
Prinzipal 4′
Blockflöte 4′
Nachthorn 2′
Nasat 11/3′
Sifflöte 1′
Sesquialter II 22/3′
Scharff IV
Krummhorn 8′
Clairon 4′
 
Tremulant
 Pedal C–f1
--------------------------------------------------------------------------------
 
Untersatz 32′
Prinzipalbaß 16′
Subbaß 16′
Oktavbaß 8′
Flötbaß 8′
Pedaloktav 4′
Rauschpfeife IV 4′
Posaune 16′
Schalmey 4′
Cornett 2′ 
 

Koppeln: III/I, II/I, III/II, III/P, II/P, I/P.
Spielhilfen: 3 freie Kombinationen, 2 freie Pedalkombinationen,
Handregister zu Kombination, Tutti, Zungen ab, 16' ab, 32' ab,
 Registerschweller, Walze ab, Koppeln in Walze ab.

 

Südemporen-Orgel
Der Mainzer Dom verfügt in seiner Vierung über zwei sog. Choretten,
 die die Vierung nach Norden und Süden ähnlich einem Lettner abtrennen.
 Auf der Südchorette befindet sich die Südemporenorgel, das Leitwerk
der Orgelanlage. Im Wesentlichen besteht diese ebenfalls aus Teilen der
 alten Klais-Orgel von 1928. Dort befindet sich außerdem der Zentralspieltisch
 mit sechs Manualen, von dem alle Pfeifen der gesamten Orgelanlage
 einzeln angespielt werden können.

I Manual (I) C–a3

Quintade 16′
Prinzipal 8′
Gedackt 8′
Gemshorn 8′
Oktav 4′
Querflöte 4′
Quintade 4′
Nasat 22/3′
Oktav 2′
Waldflöte 2′
Mixtur VI 11/3′
Zimbel III 1/2′
Oboe 8′
Helltrompete 4′
 
Tremulant
 Pedal C–f1
--------------------------------------------------------------------------------
 
Subbass 16′
Flötbass 8′
Choralbass 4′
Trompete 8′

 

 

Nordwand-Orgel
Nordwandorgel: Auch diese Orgel besteht im Wesentlichen aus der alten
 viermanualigen Klais-Orgel. Zusammen mit dem Führungswerk auf der Chorette
 stellt sie das Hauptwerk dar.

III Manual (II)
(schwellbar) C–a3
--------------------------------------------------------------------------------
 
Gedackt 16′
Prinzipal 8′
Hohlflöte 8′
Quintade 8′
Salicional 8′
Oktav 4′
Rohrflöte 4′
Blockflöte 2′
Terzflöte (ab c0) 13/5′
None 8/9′
Oktävlein 1/2′
Rauschpfeife II 22/3′
Mixtur V 1′
Rankett 16′
Kardinalstrompete 8′
Trompete ged. 8′
Geigenregal 4′
 
Tremulant
 Pedal C–f1
--------------------------------------------------------------------------------
 
Prinzipalbass 16′
Gedacktbass (III) 16′
Oktavbass 8′
Quintade (III) 8′
Pedaloktav 4′
Nachthorn 2′
Rauschpfeife IV
Posaune 16′
Trompete 4′

Ostchor-Orgel
Die Ostchororgel der Fa. Kemper ist eine komplett neu geschaffene
 Orgel von 1960. Eingebaut ist sie aus Denkmalschutzgründen nicht in
die Konche, also den Scheitelpunkt der Ostapsis, sondern seitlich oben links
und rechts in die so genannten Kaiserlogen. Die Ostchororgel, die ebenfalls
 einen eigenen Spieltisch hat, dient vor allem der Führung des Gemeindegesanges
 und der Begleitung des Stundengebets im Ostchor.

I Hauptwerk (V) C–a3
--------------------------------------------------------------------------------
 
Pommer 16′
Prinzipal 8′
Holzflöte 8′
Spitzgambe 8′
Oktave 4′
Quintade 4′
Gedackt 4′
Quinte 22/3′
Octave 2′
Rauschpfeife III
Scharff IV
Mixtur VIII
Spanische Fanfare (horizontal) 16′
Spanische Trompete (horizontal) 8′
 
Tremulant
 II Schwellwerk (VI) C–g3
--------------------------------------------------------------------------------
 
Schwellbar:
Spitzgedackt 8′
Quintade 8′
Lochflöte 4′
Strichflöte 4′
Prinzipal 2′
Waldflöte 2′
Nonensesquialter III
Zwergzymbel V
Spanische Trompete (horizontal) 8′
Spanische Fanfare (horizontal) 4′
 
Nicht schwellbar:
Salizet 8′
 
Tremulant
 Pedal C–f1
--------------------------------------------------------------------------------
 
Pommer 16′
Subbass 16′
Oktavbass 8′
Gedecktbass 8′
Choralbass 4′
Quintade 2′
Rauschpfeife V
Fanfare (horizontal) 16′
Trompete (horizontal) 8′
Trompete (horizontal) 4′ 
 

Hauptspieltisch
Vom 6-manualigen Hauptspieltisch  können alle Teilorgeln gespielt werden.

Koppeln: II/I, III/I, IV/I, V/I, VI/I, III/II, IV/II, V/II, VI/II,
IV/III, VI/V, I/P, II/P, III/P, IV/P, V/P, VI/P.
Spielhilfen: 4 freie Kombinationen, 2 freie Pedalkombinationen, 3 Schwelltritte,
Crescendowalze.

 

Glocken 

Quellen aus der Frühzeit der Glocken am Mainzer Dom stehen nicht
zur Verfügung. Eine Quelle aus dem Jahr 1705 nennt 25 Glocken auf
 dem Westturm, eine weitere Auflistung von 1727 nennt jedoch nur
13 Glocken, vier im Westturm, neun im Ostturm. Nur diese Quelle
 enthält auch eine genauere Auflistung der einzelnen Glocken.
 Vor der Zerstörung des Ostturms bei der Beschießung 1793 hingen
 die Pfarrglocken im Ostturm, die Stiftsglocken im Westen.
Eine präzise gefasste Läuteordnung, die im Sakristeibuch Albrechts
von Brandenburg überliefert ist, bestimmte, wann welche Glocken
 zu läuten waren.

 

Bei der Brandkatastrophe von 1767 wurden die Glocken
des Westturms vernichtet. Das Mainzer Domkapitel gab umgehend
 den Guss von vier neuen Glocken in Auftrag. 1774 wurden sie in den
Westturm gehoben. Schon 1793 geriet der Dom in Folge der Beschießung
 der damals von den Franzosen besetzten Stadt durch Reichstruppen
 erneut in Brand. Das Feuer vernichtete den gesamten Glockenbestand
 des Doms mit Ausnahme der Bonifatiusglocke, die auf das Gewölbe
 stürzte und dabei riss. 16 Jahre hatte der Dom keine Glocken.

 

Heutiges Geläut

Nummer Name Gussjahr Gießer Gussort Gewicht (kg)

Nominal

HT-1/16
 
1 Martinus 1809 Josef Zechbauer Mainz 3550 b0-3
2 Maria 1809 Josef Zechbauer Mainz 2000 c1-3
3 Albertus 1960 F.W. Schilling Heidelberg 1994 d1-3
4 Willigis 1960 F.W. Schilling Heidelberg 1607 es1-3
5 Josef 1809 Josef Zechbauer Mainz 1050 f1-3
6 Bonifatius 1809 Josef Zechbauer Mainz 550 g1-3
7 Bilhildis 1960 F.W. Schilling Heidelberg 548 b1-3
8 Heiliger Geist 2002 Ars Liturgica Maria Laach 274 d2-1
9 Lioba 1960 F.W. Schilling Heidelberg 147 f2-3

 


Die Grundlage des heutigen Domgeläuts bildet das vierstimmige
 Ensemble des Mainzer Glockengießers Josef Zechbauer
 (b0–c1–e1–g1). Nach langen Verhandlungen gelang des dem Mainzer
Bischof Joseph Ludwig Colmar 1809, das Material für den Guss
neuer Glocken zu beschaffen. Napoleon überließ ihm dafür 20 Zentner
 Bronze, die aus erbeuteten preußischen Kanonen stammten.
Ursprünglich hatte Colmar die Herstellung von drei Glocken mit
 100, 80 und 60 Zentnern Gewicht geplant.
Schließlich entschied man sich für den Guss von vier neuen Glocken. Sie wurden
 im September 1809 im Kreuzgang des Doms gegossen. Für den neu zu
konstruierenden Glockenstuhl stiftete der letzte Mainzer Kurfürst Karl
 Theodor von Dalberg 70 Spessarteichen.
 Der Glockenstuhl ist erhalten geblieben.

Nicht geklärt ist, woher die beiden Glocken stammten, die 1917
 bei der Erfassung der Domglocken im Laufe des Ersten Weltkriegs
benannt wurden und wann sie in den Domturm gelangt sind.
 Eine der Glocken ging im Ersten, die andere im Zweiten Weltkrieg verloren.

1960 entschloss man sich zur Anschaffung von vier weiteren Glocken um
 das Domgeläut zu ergänzen. Der Heidelberger Gießermeister Friedrich
 Wilhelm Schilling wurde mit der Aufgabe betraut. Außerdem klangkorrigierte
 er drei Glocken des Zechbauer-Geläuts; die ehemalige e1-Glocke stimmte
er einen Halbton höher auf f1 um. Der Glockenstuhl von 1809 musste
 zur Aufnahme der neuen Glocken erweitert werden, wobei die alten Glocken
 in ihren historischen Holzjochen verblieben. 2002 wurde eine neue
Bronzeglocke in Schilling′scher Rippe von Ars Liturgica im Kloster
Maria Laach nachgegossen. Das Domgeläut ist heute das umfangreichste
Geläut des Bistums.

 

Läuteordnung
Die Läuteordnung des Domes umfasst zwölf verschiedene Kombinationen.
 Bei Pontifikalämtern und an Hochfesten läuten alle neun Glocken.
 Bei Pontifikalrequien läuten die ersten acht Glocken, bei Pontifkalvespern
 die Glocken 1, 3, 5, 6, 7 und 8. Die anderen liturgischen Feiern,
 Stiftsämter, Stiftsvespern, Pfarrmessen und weitere Anlässe haben
 ein entsprechend abgestuftes kleineres Geläut, das zum Teil noch hinsichtlich
der jeweiligen Zeit im Kirchenjahr (Advent, Fastenzeit, Osterzeit, Jahreskreis)
variiert. Zum Angelus läutet in der Regel die Glocke 4 (Willigis), woran sich
am Abend Glocke 8 (Heiliger Geist) zum Gedächtnis an die Verstorbenen
anschließt. An den höchsten Festen des Kirchenjahres läutet mittags
die größte Glocke (Martinus) zum Angelus.

 

Die Maße des Domes
Länge über alles: 109 m innen, 116 m außen
Länge des Mittelschiffs: 53 m
Breite des Mittelschiffs: 13,60 m
Höhe des Mittelschiffs: 28 m
Breite des Langhauses (ohne Kapellen): 31,55 m
Breite der Seitenschiffe (licht): 6,51 m – 6,56 m
Durchmesser des Trikonchos im Westen (von Norden nach Süden): 24,25 m
Höhe des Westturms: 83,50 m (mit Wetterhahn)
Lichte Höhe der Ostkuppel: 38 m
Lichte Höhe der Westkuppel: 44 m

Quelle Wikipedia

Fotos aus dem Internet

 

 

Glocken 

Quellen aus der Frühzeit der Glocken am Mainzer Dom stehen nicht
zur Verfügung. Eine Quelle aus dem Jahr 1705 nennt 25 Glocken auf
 dem Westturm, eine weitere Auflistung von 1727 nennt jedoch nur
13 Glocken, vier im Westturm, neun im Ostturm. Nur diese Quelle
 enthält auch eine genauere Auflistung der einzelnen Glocken.
 Vor der Zerstörung des Ostturms bei der Beschießung 1793 hingen
 die Pfarrglocken im Ostturm, die Stiftsglocken im Westen.
Eine präzise gefasste Läuteordnung, die im Sakristeibuch Albrechts
von Brandenburg überliefert ist, bestimmte, wann welche Glocken
 zu läuten waren.

 

Bei der Brandkatastrophe von 1767 wurden die Glocken
des Westturms vernichtet. Das Mainzer Domkapitel gab umgehend
 den Guss von vier neuen Glocken in Auftrag. 1774 wurden sie in den
Westturm gehoben. Schon 1793 geriet der Dom in Folge der Beschießung
 der damals von den Franzosen besetzten Stadt durch Reichstruppen
 erneut in Brand. Das Feuer vernichtete den gesamten Glockenbestand
 des Doms mit Ausnahme der Bonifatiusglocke, die auf das Gewölbe
 stürzte und dabei riss. 16 Jahre hatte der Dom keine Glocken.

 

Heutiges Geläut

Nummer Name Gussjahr Gießer Gussort Gewicht (kg)

Nominal

HT-1/16
 
1 Martinus 1809 Josef Zechbauer Mainz 3550 b0-3
2 Maria 1809 Josef Zechbauer Mainz 2000 c1-3
3 Albertus 1960 F.W. Schilling Heidelberg 1994 d1-3
4 Willigis 1960 F.W. Schilling Heidelberg 1607 es1-3
5 Josef 1809 Josef Zechbauer Mainz 1050 f1-3
6 Bonifatius 1809 Josef Zechbauer Mainz 550 g1-3
7 Bilhildis 1960 F.W. Schilling Heidelberg 548 b1-3
8 Heiliger Geist 2002 Ars Liturgica Maria Laach 274 d2-1
9 Lioba 1960 F.W. Schilling Heidelberg 147 f2-3

 


Die Grundlage des heutigen Domgeläuts bildet das vierstimmige
 Ensemble des Mainzer Glockengießers Josef Zechbauer
 (b0–c1–e1–g1). Nach langen Verhandlungen gelang des dem Mainzer
Bischof Joseph Ludwig Colmar 1809, das Material für den Guss
neuer Glocken zu beschaffen. Napoleon überließ ihm dafür 20 Zentner
 Bronze, die aus erbeuteten preußischen Kanonen stammten.
Ursprünglich hatte Colmar die Herstellung von drei Glocken mit
 100, 80 und 60 Zentnern Gewicht geplant.
Schließlich entschied man sich für den Guss von vier neuen Glocken. Sie wurden
 im September 1809 im Kreuzgang des Doms gegossen. Für den neu zu
konstruierenden Glockenstuhl stiftete der letzte Mainzer Kurfürst Karl
 Theodor von Dalberg 70 Spessarteichen.
 Der Glockenstuhl ist erhalten geblieben.

Nicht geklärt ist, woher die beiden Glocken stammten, die 1917
 bei der Erfassung der Domglocken im Laufe des Ersten Weltkriegs
benannt wurden und wann sie in den Domturm gelangt sind.
 Eine der Glocken ging im Ersten, die andere im Zweiten Weltkrieg verloren.

1960 entschloss man sich zur Anschaffung von vier weiteren Glocken um
 das Domgeläut zu ergänzen. Der Heidelberger Gießermeister Friedrich
 Wilhelm Schilling wurde mit der Aufgabe betraut. Außerdem klangkorrigierte
 er drei Glocken des Zechbauer-Geläuts; die ehemalige e1-Glocke stimmte
er einen Halbton höher auf f1 um. Der Glockenstuhl von 1809 musste
 zur Aufnahme der neuen Glocken erweitert werden, wobei die alten Glocken
 in ihren historischen Holzjochen verblieben. 2002 wurde eine neue
Bronzeglocke in Schilling′scher Rippe von Ars Liturgica im Kloster
Maria Laach nachgegossen. Das Domgeläut ist heute das umfangreichste
Geläut des Bistums.

 

Läuteordnung
Die Läuteordnung des Domes umfasst zwölf verschiedene Kombinationen.
 Bei Pontifikalämtern und an Hochfesten läuten alle neun Glocken.
 Bei Pontifikalrequien läuten die ersten acht Glocken, bei Pontifkalvespern
 die Glocken 1, 3, 5, 6, 7 und 8. Die anderen liturgischen Feiern,
 Stiftsämter, Stiftsvespern, Pfarrmessen und weitere Anlässe haben
 ein entsprechend abgestuftes kleineres Geläut, das zum Teil noch hinsichtlich
der jeweiligen Zeit im Kirchenjahr (Advent, Fastenzeit, Osterzeit, Jahreskreis)
variiert. Zum Angelus läutet in der Regel die Glocke 4 (Willigis), woran sich
am Abend Glocke 8 (Heiliger Geist) zum Gedächtnis an die Verstorbenen
anschließt. An den höchsten Festen des Kirchenjahres läutet mittags
die größte Glocke (Martinus) zum Angelus.

 

Die Maße des Domes
Länge über alles: 109 m innen, 116 m außen
Länge des Mittelschiffs: 53 m
Breite des Mittelschiffs: 13,60 m
Höhe des Mittelschiffs: 28 m
Breite des Langhauses (ohne Kapellen): 31,55 m
Breite der Seitenschiffe (licht): 6,51 m – 6,56 m
Durchmesser des Trikonchos im Westen (von Norden nach Süden): 24,25 m
Höhe des Westturms: 83,50 m (mit Wetterhahn)
Lichte Höhe der Ostkuppel: 38 m
Lichte Höhe der Westkuppel: 44 m

 

1184 feierte Kaiser Barbarossa am Pfingstfest die Schwertleite
seiner Söhne im Mainzer Dom. Das dazu gegebene Fest, der Mainzer Hoftag
von 1184 auf der Maaraue, ging als größtes Fest des Mittelalters in die Geschichte
ein.

Am 1. Februar 2009 begannen mit einem Festgottesdienst die offiziellen
Feierlichkeiten zum 1000-jährigen Jubiläum der Einweihung des Domes.
Die Predigt hielt der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann.
Die Feierlichkeiten endeten am 15. November mit einem Pontifikalamt.
 Zu diesem Anlass gab die Deutsche Post eine Sonderbriefmarke heraus.
Anlässlich der 1000-Jahrfeier gab es auch mehrere Sondersendungen
 im Fernsehen. Darunter beispielsweise eine Gesprächsrunde der ZDF-Sendung
nachtstudio am 1. November 2009 im Altarraum des Domes, unter der Leitung
von Volker Panzer. Gesprächspartner waren Karl Kardinal Lehmann,
Étienne François, Michael Matheus und Stefan Weinfurter.

Auf dem Liebfrauenplatz und damit in direkter Nähe des Doms steht
seit 2009 ein maßstabsgetreues Bronzemodell des Doms von dem
 westfälische Bildhauer Egbert Broerken. Durch die korrekte Oberflächendarstellung
 des Doms und einer Beschreibung einzelner Dombereiche in Blindenschrift
dient das Modell blinden Besuchern zur Information über den Dom.
 Die Mainzer Bürgerstiftung stiftete das 30.000 Euro teure Modell
zum 1000-jährigen Jubiläum.

 

 

 

 

 

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