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Mainzer Geschichte

Mainzer Geschichte

 

Das Stadtgebiet des heutigen Mainz war schon
 zur letzten Eiszeit vor 20.000 bis 25.000
Jahren eine Raststätte für Jäger, wovon
bei Ausgrabungen im Jahr 1921 entdeckte
Relikte zeugen.

Erste dauerhafte Ansiedelungen im Mainzer
 Stadtgebiet sind jedoch keltischen Ursprungs.
 Die Kelten waren in der zweiten Hälfte
 des ersten Jahrtausends v. Chr. die
dominierende Kraft am Rhein. Aus diesen
keltischen Siedlungen und der mit ihnen
 im Zusammenhang stehenden keltischen
Gottheit Mogon (in etwa vergleichbar
 dem griechisch-römischen Apollon)
 leiteten die nach dem gallischen Krieg
 (52 v. Chr.) am Rhein eintreffenden Römer
 die Bezeichnung „Mogontiacum“ für ihr
 neues Legionslager ab. Lange Zeit wurde
 angenommen, dass dieses Lager um 38 v.
 Chr. gegründet wurde. Neuere Forschungen
haben jedoch ergeben, dass die Gründung
 des Lagers und damit letztlich der Stadt
 Mainz erst später, nämlich 13/12 v. Chr.
durch Drusus erfolgte.

Nachdem das Legionslager Mogontiacum
gegründet worden war, wurde das Lager,
das im Bereich des heutigen Kästrichs liegt,
sehr schnell von einzelnen Ansiedelungen
(lat. cannabae) umgeben. Die Legionen
brauchten Handwerker und Gewerbetreibende
 zur Aufrechterhaltung ihrer Einsatzfähigkeit.
Diese Ansiedlungen sind der Ausgangspunkt
der urbanen Entwicklung von Mainz.
 Die Stadt gehörte anschließend über
500 Jahre lang zum römischen Reich
und war ab 89 n. Chr. Hauptstadt der
 Provinz Germania superior und,
 ab dem 4. Jahrhundert, Germania prima.

 

Freie Stadt Mainz

Das Freiheitsprivileg Siegfrieds von Eppstein.In
 den Auseinandersetzungen, die zwischen
 den Staufern und ihren Gegnern in den
1240er-Jahren immer heftiger wurden,
ließen sich die Mainzer Bürger von beiden
Seiten umwerben. Die Folge dieser Politik war,
 dass die Bürger als Preis für ihre
 Unterstützung 1244 von Erzbischof Siegfried
 III. von Eppstein ein umfassendes
Stadtprivileg erhielten. Der Erzbischof
war danach nur noch formal Oberhaupt
 der Stadt, die Selbstverwaltung,
Gerichtsbarkeit und die Entscheidungsgewalt
 über neue Steuern ging auf die Bürgerschaft
 bzw. den 24-köpfigen Stadtrat über.
Außerdem entband das Privileg die Bürger

von ihrem Gefolgszwang in allen kriegerischen
 Auseinandersetzungen, die nicht die
Stadtverteidigung betrafen. Von diesem
Zeitpunkt an war Mainz eine „Freie Stadt“.


Die Zeit als Freie Stadt (bis 1462) gilt als
Höhepunkt der Stadtgeschichte. Der politische
 Einfluss der Bürgerschaft erreichte während
dieser Zeit die höchste kommunale und
überregionale Bedeutung, wovon die
 Gründung des Rheinischen Städtebundes
1254 ein deutliches Zeugnis ablegt. Handel
und Gewerbe konnten in dieser Zeit nicht
 zuletzt unter dem Schutz des Städtebunds
 und der Garantie des Mainzer Landfriedens
von 1235 florieren. Mainz stieg zu einem
 wichtigen Wirtschaftsstandort auf.

Ab 1328 begann durch Konflikte mit dem
Erzbischof der Niedergang des freien
 Bürgertums und seiner Privilegien. In der
 Mainzer Stiftsfehde schlugen sich die Bürger
auf die Seite des Erzbischofs Diether von
 Isenburg, der sich sowohl Kaiser als auch
 Papst zum Gegner gemacht hatte. Die Stadt
 wurde 1462 durch Adolf II., den Konkurrenten
 Diethers um das Erzbischofsamt,
 eingenommen. Adolf II. ließ sich von den
 Mainzer Bürgern daraufhin alle Privilegien
 aushändigen und beendete die Zeit der
 Freien Stadt. Mainz wurde kurfürstliche
 Residenzstadt und entwickelte sich in der

Folge zur Adelsmetropole ohne eigene
 politische Bedeutung.

Kurfürstliche Residenzstadt 
 

 Als seinen Nachfolger
empfahl Adolf II. dem immer mächtiger
 werdenden Mainzer Domkapitel ausgerechnet
 wieder Diether von Isenburg. Dieser gründete
1477 die schon von Adolf II. geplante
Universität.

Die 1517 begonnene Reformation hatte
zunächst gute Aussichten in Mainz.
Der dort um 1450 von Johannes Gutenberg
erfundene Buchdruck mit beweglichen
Lettern ermöglichte eine rasche Ausbreitung
der reformatorischen Schriften und der
 Mainzer Erzbischof und Kardinal Albrecht
von Brandenburg stand ihren Ideen
zunächst aufgeschlossen gegenüber.
 Letztendlich konnte sie sich aber in Mainz
 nicht durchsetzen. Zweimal wählte das
 Domkapitel mit knapper Mehrheit katholische
 Erzbischöfe. Mit Ausnahme von

Garnisonsgemeinden durfte sich bis 1802
keine evangelische Gemeinde in der Stadt
 bilden.


Die mittelalterliche Stadtbefestigung war ab
der Mitte des 16. Jahrhunderts einer
moderneren Festungsanlage gewichen,
die schließlich die ganze Stadt umfasste.
 Außerhalb dieser Festung durften keine
 Steinbauten entstehen, um anrückenden
Truppen keinen Schutz bieten zu können.
So konnte sich die Stadt nur in den innerhalb
der Mauern verbliebenen Freiflächen
entwickeln, was das Wachstum der Stadt
 bis in das 20. Jahrhundert hinein stark
 begrenzte.

Trotz dieser Festung wurde Mainz im
 Dreißigjährigen Krieg von der schwedischen
 Armee kampflos eingenommen.
Maßgeblich zur Beendigung des Krieges
 trug Johann Philipp von Schönborn bei,
 der 1647 Erzbischof von Mainz wurde
 und unter dessen Pontifikat die Stadt
sich schnell wieder von den Verheerungen
 des Krieges erholen konnte.

In der nun aufkommenden Barockzeit
entstanden glanzvolle Bauten in der Stadt,
 die auch heute noch zum Stadtbild gehören.
Mit der Amtszeit des Kurfürsten Emmerich
 Joseph von Breidbach zu Bürresheim
 (1763–1774) erhielt die Aufklärung auch
 auf politischer Ebene Einzug in die
 „Stadt des Adels“.

Quelle Wikipedia

 

 

 

 

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